Gedichte - Informationen auf wenig Raum

Gedichte sind, wie im Namen bereits anklingt, verdichtete Sprache. Dies bedeutet, dass in Gedichten auf wenig Raum viele Informationen vermittelt werden können. Dazu muss auf Ressourcen zurückgegriffen werden, die in anderen Texten nicht oder nur wenig eingesetzt werden. Gedichte - Informationen wenig Raum

Dazu gehören Symbole, Bilder, Vergleiche und Ähnliches, die in Prosaformen meinst nur vereinzelt vorkommen, in der Lyrik jedoch sehr beliebt sind und häufig eingesetzt werden. Manche expressionistische Gedichte etwa bestehen fast nur aus so genannten Chiffren, das sind Symbole, deren genaue Bedeutung nur der Autor kennt.

Neben inhaltlichen Stilmitteln arbeiten Gedichte natürlich auch sehr viel mit dem Klang der Wörter. Reime gehören hier natürlich zu den typischsten Merkmalen, allerdings muss sich nicht jeder lyrische Text reimen. Am häufigsten sind Paar- und Kreuzreime. Bei Paarreimen klingen die Endwörter oder -silben zweier aufeinanderfolgender Zeilen gleich, beim Kreuzreim sind die Zeilen versetzt, formalisiert sehen die Schemata folgendermaßen aus: Paarreim aabb, Kreuzreim abab. Beide Formen können natürlich beliebig miteinander kombiniert werden, um kompliziertere Schemata zu schaffen. Assonanzen und Allitterationen, das heißt der Gleichklang von Vokalen oder Anlauten, sind weitere Möglichkeiten, einen Text klanglich zu verbinden.

Manchmal unterscheidet sich Lyrik von Prosa auch nur durch die Form. Ein Gedicht besteht nicht aus einem Fließtext, sondern aus Zeilen und Strophen, deren Anordnung ein Teil der Gestaltung ist und auch Informationen übermittelt. Gerade die Dadaisten haben mit Form und Klang experimentiert, wobei sie teilweise völlig auf eine inhaltliche Bedeutung oder sogar auf Sprache verzichtet haben. Daran kann man auch erkennen, dass einige der für Prosa geltenden Regeln bei Lyrik weniger verpflichtend sind, was die Freiheit bei der künstlerischen Gestaltung natürlich erhöht.

Die Gebundenheit an Klang und Form ist auch der Grund dafür, dass es so schwierig ist, Gedichte angemessen zu übersetzen. Die Wirkung entfaltet sich nur, wenn Inhalt und Form im Einklang sind, aber in einer anderen Sprache hat der gleiche Inhalt meist eine andere Form.

Aufgrund der oben genannten Eigenschaften eignen sich Gedichte besonders gut für die Vermittlung von Stimmungen oder Emotionen. Das gerade die Liebe ein besonders häufiges Thema ist, ist daher nicht verwunderlich. Kein Prosatext kann die Intensität eines (guten) Gedichtes erreichen. Allerdings ist Lyrik gewissermaßen die hohe Schule der Schriftstellerei, wer sein Metier nicht beherrscht, kann schnell unfreiwillig komisch werden und Gelächter statt Ergriffenheit ernten.

Natürlich können auch Geschichten in lyrischer Form erzählt werden. Sie werden dann als Balladen bezeichnet und sind besonders einprägsam, weil der Inhalt und die Spannung der Geschichten durch die typischen Stilmittel unterstrichen werden können.




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